Sie sind hier: Make fruit fairDOLE reagiert auf Eilaktion gegen Frauendiskriminierung

DOLE reagiert auf Eilaktion gegen Frauendiskriminierung

14. 7. 2011:

Nach der Make Fruit Fair!- Eilaktion zum 8. März 2011 wegen der geschlechtsbezogenen Diskriminierung von Arbeiterinnen antwortete Dole auf die Kritik und die Forderungen der Lateinamerika-Koordinierung der Bananengewerkschaften COLSIBA.

Zuvor hatte das bereits Chiquita getan, wir berichteten. Als einziges der drei angesprochenen multinationalen Fruchtunternehmen hat Del Monte bisher nicht reagiert. Dole richtete seine Antwort an USLEAP, eine NGO in den USA, die sich an der Eilaktion beteiligt hatte. In dem Schreiben heißt es, Dole würde sich weltweit in seinen Betrieben besonders um die Arbeitsbedingungen für Frauen kümmern und spezielle Programme zu ihren Gunsten durchführen. Jedoch wird diese Darstellung von COLSIBA in Frage gestellt.

Der Dole-Vizedirektor Sylvain Cuperlier betont in dem Brief, Dole würde seine soziale Verantwortung gerade gegenüber Frauen wahrnehmen. Dadurch wäre die Anzahl der Frauenarbeitsplätze bei Dole höher als in vielen anderen Landwirtschaftsunternehmen. In diesem Sinn würde in bestimmten Bereichen die Beschäftigung von Frauen und dabei wiederum von alleinstehenden Müttern bevorzugt, z.B. bei der Verpackung von Bananen, weil Frauen aus physischen Gründen fast gar nicht für Erntearbeiten eingesetzt werden könnten. Außerdem würde das Unternehmen und seine Stiftung Dale zahlreiche Projekte durchführen, um Frauen ständige Erwerbsmöglichkeiten zu eröffnen. Dazu gehörten u.a. die Gründung von Verkaufsläden, Recycling von Plastikabfällen, Näherei und Kunsthandwerksarbeiten.

Dole erklärt, es würde alle nationalen und internationalen Vorschriften der Arbeitsgesetzgebung einghalten. Außerdem würden Schulungen für Frauen und Männer durchgeführt, um sie über die Politik von Dole gegen sexuelle Nötigung, deren Erscheinungsweisen und die Wege, sie zur Anzeige zu bringen, zu unterweisen. Dole würde dazu auch Aufklärungsprogramme in den Nachbargemeinden der Plantagen finanzieren.

Dole betont seine Teilnahme am Weltbananenforum (WBF), in dessen Diskussionen es um Arbeitsrechte und das durchgängige Thema der Gleichberechtigung der Geschlechter geht. Dort würde Dole sich an einer detallierten Behandlung dieser Themen beteiligen. Ähnlich hatte auch Chiquita in seiner Antwort auf die Eilaktion argumentiert. COLSIBA warnt hingegen in einer Entgegnung auf das Schreiben von Dole, dass man gegenüber beiden Unternehmen skeptisch bleiben müsse:

„Wir kennen diese angeblichen Projekte und Programme von Dole ebensowenig wie die Art ihrer Überprüfung. Denn es existieren keine Gewerkschaftskomitees, die die Darlegungen des Unternehmens bezeugen könnten. Hingegen ist die starke Repression gegen Gewerkschaften in den Bereichen bekannt, die Herr Cuperlier nennt. Das ist ein klarer Beweis für die ablehnende Haltung gegenüber gewerkschaftlichen Organisationen.“ Laut COLSIBA kann nur die gewerkschaftliche Organisation feste Arbeitsplätze, Arbeitsrechte und einen Tarifvertrag durchsetzen. „Wir erinnern Herrn Cuperlier daran, dass die Frauen in der Packanlage von Dole weniger als eine volle Woche arbeiten und bezahlt bekommen“, schreibt COLSIBA und äußerte sich erfreut darüber, dass immer mehr Konsumentenorganisationen wissen wollen, was in den Bananen- und Ananasplantagen vor sich geht.

Aktion Honduras