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"Wir brauchen Euch!"

18. 5. 2011:

„Eure internationale Unterstützung wirkt stärker als ein Streik bei uns!“ Viele dürften sich bestärkt gefühlt haben, als Gloria García die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Bananenplantagen Lateinamerikas aus deren Perspektive darstellte. Sieben Tage dauerte die Vortrags-Tour im Rahmen der Make Fruit Fair!- Kampagne, die BanaFair mit der Gewerkschaftsvertreterin im Mai durchführte.

Gloria García vertritt als Sekretärin für Arbeitsplatzhygiene und Umweltschutz die Koordinierung der Land- und Bananenplantagenarbeiter/innen in Honduras COSIBAH und ihr lateinamerikanisches, supranationales Pendant COLSIBA. Bei meist gut besuchten Informationsveranstaltungen in sechs Weltläden, sechs Presseinterviews und Gesprächen in den Büros einer Bundestags- und einer Europaabgeordneten sowie eines Bezirkbüros der IG Metall kamen die Verhinderung der freien Gewerkschaftsarbeit durch multinationale Konzerne, die Hungerlöhne und die Vergiftung von Menschen und Umwelt durch Agrarchemikalien zur Sprache. In allen Bereichen gibt es laut Gloria García trotz reklametüchtiger Zertifizierungen, u.a. der mit dem kleinen grünen Frosch, der Rainforest Alliance, weiter massive Benachteiligungen, Gefahren und Schädigungen in der konventionellen Bananenproduktion. „Eine Qualitäts-Zertifizierung für Betriebe, in denen Beschäftigte wegen Gewerkschaftstätigkeit entlassen werden wie z.B. bei Chiquita, Dole, Del Monte und ihren Zulieferfarmen, ist zertifiziertes Unrecht.“

Sehr interessiert an der Frage, wie man faire Preise und Löhne erreichen kann, zeigte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß in Berlin in einem längeren Gespräch mit Gloria García. Darin betonte sie auch ihre Unterstützung für die Forderung der Make Fruit Fair!-Kampagne, den Missbrauch der Einkaufsmacht der Supermärkte zu regulieren. Frau Drobinski-Weiß hatte unlängst im Bundestag einen Initiativantrag zu dem Thema Missbrauch von Marktmacht eingebracht und will intensiv daran weiterarbeiten.

„Davor haben die Konzerne am meisten Angst“

Im EU-Parlament in Brüssel berichtete Gloria García vor Referenten der Grünen-Abgeordneten im Europaparlament Franziska Keller (Deutschland) und Heidi Hautala (Finnland), die kurz darauf mit einer EU-Menschenrechts-Delegation nach Honduras reisen würde, über die Angriffe gegen die Gewerkschafts- und Arbeitsrechte nach dem Putsch von 2009. Der Leiter des Menschenrechtsbüros des EU-Parlamentes Geoffrey Harris lud Gloria García zu einem Gespräch in sein Büro ein. Weltläden in Trier, Göppingen, Metzingen, Bobingen, Ellwangen und Frankfurt/Oder führten mit der Gewerkschafterin Informationsveranstaltungen durch und erreichten so eine breitere Öffentlichkeit. In Göppingen empfing die Bezirksorganisation der IG Metall die Kollegin aus Honduras.

Die Neue Württembergische Zeitung, der Tagesspiegel in Berlin, die TAZ, die Märkische Oder-Zeitung, ein freier Journalist sowie das Weltladen-Magazin Welt und Laden interviewten Gloria García. Sie ist heute 52 Jahre alt und hatte ihr Arbeitsleben mit 14 Jahren als Hausmädchen für einen Dollar Monatslohn begonnen. Seit 34 Jahren ist sie Bananenarbeiterin. Bei allen Gesprächen war ihre Antwort auf die Frage, wie Gerechtigkeit zu erreichen wären, klar: „Nur mit Gewerkschaften kann es faire Löhne und menschliche Arbeitsbedingungen geben. Und wer heute faire Preise fördern will, der kauft BanaFair-Bananen. Für beides brauchen wir die Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Davor haben die Konzerne am meisten Angst.“

Weitere Fotos von Stationen der Rundreise gibt es auf flickr

Gloria García nach dem Gespräch mit Frau Drobinski-Weiß