Sie sind hier: Make fruit fairHäufige Fragen

Häufige Fragen

Antworten

Was kann ich tun, um den Handel fairer zu machen?

Sie als Konsument/in haben die Macht, politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger zu beeinflussen. Diese sind für eine Verbesserung der Situation in der Bananen- und Ananasbeschaffung verantwortlich.

  • Nehmen Sie an unseren (Eil-) Aktionen teil, die Sie unter der Rubrik Mitmachen finden.
  • Kaufen Sie wann immer möglich fair gehandelte Früchte/Produkte.
  • Fragen Sie in Ihrem Obstgeschäft nach fair gehandelten Bananen und Ananas.
  • Werben Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis oder bei Arbeitskolleg/innen für fair gehandelte Produkte.

Wo kann ich fair gehandelte Bananen und Ananas kaufen?

In Deutschland können Sie fair gehandelte Bananen in einigen Supermärkten kaufen, in vielen Naturkostgeschäften und in fast allen Weltläden. Ananas aus Fairem Handel werden bisher nur in einigen Supermärkten angeboten.

Wie werden Bananen angebaut?

Hauptsächlich auf großen Plantagen, die bis zu 300 Fußballfelder groß sein können, hauptsächlich in Gebieten mit hohen Niederschlägen, ausschließlich in den tropischen und subtropischen Ländern. Ein kleiner Anteil der international gehandelten Bananen - ungefähr 10% der in der EU konsumierten - stammt von kleinen Farmen in der Karibik, Südamerika, den kanarischen Inseln, Madeira, Zypern und Kreta. Fast alle werden auf Plantagen angebaut, auf denen nur Bananen wachsen und über 95 % davon gehören einer einzigen Sorte an. Nur eine kleine Menge wird mit anderen Pflanzen zusammen auf den Feldern angebaut.

Bananen auf großen Plantagen, die auf tropischen Böden und unter den klimatischen Verhältnissen wachsen, sind während der gesamten Wachstumsphase von 10-12 Monaten auf große Mengen Dünger und Agrarchemikalien angewiesen. Die Produktion ist so organisiert, dass die Bananen wöchentlich geerntet werden können - alle 2 Wochen auf kleinen Farmen. Zwei oder drei Monate bevor die Früchte erntereif sind, werden sie in Insektizid beschichtete Plastiksäcke gehüllt, um sie vor direktem Sonnenlicht und Insekten zu schützen. Wenn die Früchte geerntet werden, werden die Fruchtstände an die Haken einer Seilförderanlage gehängt und per Hand oder Motor zu zentralen, großen Verpackstationen transportiert. Auf kleinen Farmen werden die Bananen per Hand geerntet und zur nahe gelegenen Verpackstation geschleppt. Die grünen Bananen werden dann gewaschen, sortiert, gewogen, gegen Pilzinfektionen behandelt und verpackt. Die Kartons werden direkt auf Containerlastwagen verladen oder von Kleinproduzent/innen mit kleineren Lastenfahrzeugen zu größeren Verpackstationen oder direkt zum Hafen transportiert.

Biobananen werden natürlich nicht mit chemischem Dünger oder chemisch-synthetischen Stoffen während des Produktionsprozesses behandelt. Dort werden Schädlingsbekämpfungsmittel auf Pflanzenbasis und biologische Kontrollmethoden genutzt, um mit Krankheiten und Schädlingen umzugehen. In Gebieten mit hoher Dichte an konventionellen Plantagen ist ein Biobananenanbau nicht möglich, wegen des hohen Schädlingsdrucks kann dort nur unter Einsatz von Agrarchemikalien gewirtschaftet werden.

Warum ist die Banane krumm?

Bananen wachsen nicht an Bäumen, sondern an riesigen Stauden, die bis zu 9 Meter hoch werden können. Zuerst wächst eine große rote Blüte, aus der die Bananenfrüchte entstehen. Der immer schwerer werdende Fruchtstand wächst wegen der Erdanziehungskraft nach unten. Wenn die Blütenblätter abgefallen sind, wachsen die Früchte der Sonne entgegen und erhalten so ihre charakteristische Form.

Soll ich Bananen, die nicht aus Fairem Handel kommen, boykottieren?

Nein, denn dann würden Plantagenarbeiter/innen und Kleinproduzent/innen aus dem Markt gedrängt. In einigen speziellen Fällen, in denen zum Beispiel schwere Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben, kann von Gewerkschaften oder Farmerorganisationen zu einem kurzfristiger Boykott aufgerufen werden. Das passiert aber selten. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, fair gehandelte Früchte zu kaufen, rufen wir Sie dazu auf, Druck auf Fruchthandelsunternehmen und Supermarktketten auszuüben, damit diese Auskunft über die sozialen, ökologischen und ökonomischen Produktionsbedingungen geben und ernsthafte Anstrengungen unternehmen, zu fairen Produktions- und Handelsbedingungen zu kommen. Wenn Unternehmen nicht gewillt sind, entsprechende Auskünfte zu geben oder sich unseren Forderungen verschließen, dann können wir entscheiden bei anderen Unternehmen zu kaufen, deren Anstrengungen ernsthaft erscheinen.

Gibt es internationale Gesetze zum Schutz der Arbeiter/innen in Produzentenländern?

Ja, seit 1998 müssen acht internationale, völkerrechtlich verbindliche Konventionen zum Arbeitsrecht von allen Mitgliedern der Vereinten Nationen beachtet werden, egal ob die nationalen Regierungen sie tatsächlich ratifiziert haben. Diese Konventionen beinhalten:

  • Freie Wahl der Beschäftigung.
  • Freiheit, sich zu organisieren und Recht auf Tarifverhandlungen.
  • Verbot der Kinderarbeit.
  • Verbot überlanger Arbeitszeiten.
  • Verbot von Diskriminierung.
  • Gleiche Bezahlung für Männer und Frauen.
  • Verbot von unmenschlicher Behandlung.

Eine ganze Reihe weiterer bedeutender internationaler Arbeitsstandards ist von vielen Exportländer tropischer Früchte ratifiziert worden. Aber es gibt Probleme bei der Durchsetzung dieser internationalen Rechte durch die Regierungen, nicht nur in den Produzentenländern. Die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen ist bisher von ihren Mitgliedsregierungen noch nicht beauftragt worden, wirkungsvolle Sanktionen gegen die Länder zu ergreifen, die sich nicht an dieses internationale Recht halten.

Warum werden die Arbeitsrechte in den Produzentenländern nicht respektiert?

Die mangelnde Durchsetzung internationaler und nationaler Gesetze zum Schutz der Arbeitsrechte ergibt sich durch fehlendes Personal und fehlende Geldmittel der Instanzen, die die Einhaltung überwachen sollen. Das ist in den Exportländern tropischer Früchte häufig der Fall. Es fehlt der politische Wille, das zu ändern. In einigen Ländern hört man nicht auf das, was die Organisationen der Beschäftigten sagen. Oder die Regierungen sind korrupt. Einige Fruchtunternehmen haben enge Beziehungen zu Regierungsmitgliedern und bringen sie dazu, die Gesetze nicht wirklich durchzusetzen. Oder die Regierungen interpretieren die Gesetze nach eigenem Gutdünken, wie es in Costa Rica der Fall ist. In Ländern mit schwachen oder gar keinen unabhängigen Gewerkschaften hören weder die Unternehmen noch die Regierungen auf das, was die Beschäftigten zu sagen haben. Ein noch viel ernsteres Problem ergibt sich in Ländern wie Guatemala, wo kriminelle oder paramilitärische Organisationen ganze Landstriche kontrollieren und keine staatliche Instanz wirksam arbeiten kann. Die, die dort ihre Stimme erheben, geraten in Lebensgefahr und einige werden ermordet.

Wer ist verantwortlich für die schlechten sozialen und ökologischen Bedingungen in der Bananenwirtschaft?

Wie bereits in der Antwort auf die Frage 7 ausgeführt ist, haben oft die Regierungen oder die Fruchtunternehmen die schlechten Bedingungen zu verantworten, manchmal auch beide gemeinsam. Jedoch sind auch die Ankaufpreise, die von vielen Fruchtunternehmen und zunehmend von den größeren internationalen Supermärkten der Konsumentenländern bezahlt werden, zu gering, als dass die an einer Verbesserung der Bedingungen aktiv interessierten Produzenten das tun und gleichzeitig wirtschaftlich überleben könnten. Schließlich sind wir Konsument/innen diejenigen, die eine entscheidende Rolle spielen müssen wegen unserer relativ starken Stellung in der ganzen Handelskette. Es kommt auf unsere Möglichkeit uns zu informieren und unsere Bereitschaft zu entsprechendem Handeln an. Indem wir unsere Macht als Käufer/innen und verantwortliche Bürger/innen nutzen, können wir den organisierten Arbeiter/innen und den Bauern bei der Verbesserung ihrer Bedingungen helfen.

Was kann ich tun, um mich bei Make Fruit Fair! zu engagieren?

Diese Webseite zu besuchen war der erste und wichtigste Schritt!

  • Sehen Sie sich unsere kurzen Filme an und lesen Sie die Erfahrungsberichte von Arbeiter/innen und Produzent/innen. Hier können Sie mehr über den Alltag der Beschäftigten erfahren.
  • Abonnieren Sie unseren Newsletter für mehr Informationen und Kampagnen-Updates.
  • Bestellen Sie unsere Mitmach-Anleitung, darin finden Sie viele Ideen für eigene Aktionen!
  • Beteiligen Sie sich an unseren Eilaktionen!
  • Machen Sie mit bei unserer Lobbyarbeit für eine Einschränkung der Supermarktmacht.
  • Bestellen Sie unser Faltblatt und verteilen Sie es in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis sowie an Arbeitskollegen - so erhalten diese ebenfalls Informationen über den unfairen Fruchthandel und was sie dagegen tun können.

Mehr Infos zu Materialien und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Warum muss ich mehr bezahlen, wenn ich Bananen oder Ananas im fairen Handel kaufe?

Die meisten europäischen Konsumenten bezahlen relativ wenig Geld für tropische Früchte aus weit entfernten Ländern, weil die wirklichen Produktionskosten nicht in den herkömmlichen Preisen enthalten sind. Der Druck der Fruchtunternehmen und jetzt der Supermarktketten hat zu diesem Preisverfall geführt. Bisher sahen sie keine Notwendigkeit, diese Kosten in die Preiskalkulation entlang der Beschaffungskette einzubeziehen. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen die Produkte des fairen Handels, die entsprechend den wirklichen Produktionskosten einer sozial und ökologisch verantwortungsbewussten Anbauweise bezahlt werden, einen höheren Preis kosten. Manchmal kommt es zwischen konkurrierenden Supermärkten zu Preiskriegen auch bei Produkten des fairen Handels. Wenn einer von ihnen die Preise senkt, dann tun es die anderen auch. Diese Geschäftspolitik muss von den Konsumenten hinterfragt werden. Letztlich sollten alle tropischen Früchte zu einem fairen Preis verkauft werden, damit die Konsument/innen zur Überwindung von Armut und Umweltschäden beitragen können.

Senden Sie uns Ihre Frage