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Ecuador: Weiter Eiszeit für Arbeitsrechte auf Noboa-Bananenplantagen

Im September wurde die Arbeiterin Lorena Burgos Anangono auf der Farm Los Alamos entlassen, nachdem sie gegen die Nichtzahlung des gesetzlichen Mindestlohnes protestierte hatte. Im selben Monat verloren auch zehn Beschäftigte auf der Farm Bejucal ihre Arbeit, weil sie ihre Arbeitsrechte einforderten und eine Gewerkschaft gründen wollten.

Mit diesen selektiven Entlassungen von Aktivist/innen der Gewerkschaftsföderation FENACLE und der Verweigerung von Tarifverhandlungen stellte der Großunternehmer Alvaro Noboa auch im Jahr 2012 seine unternehmerische Verantwortungslosigkeit unter Beweis. Durch die blutige Zerschlagung der Gewerkschaft im Jahr 2002, mit mehreren durch Schrotkugelschüsse verletzten Arbeitern, war die Noboa-Farm Los Alamos zum Synonym für den fanatischen Kampf des Firmenmagnaten gegen die Gewerkschaften geworden.

Es war ein Erfolg, dass das Arbeitsministerium im April 2012 die neue Betriebsgewerkschaft SITBA als legal anerkannte. Damit war die Behauptung Noboas entkräftet, der schon vor einem Jahr gekündigte Generalsekretär dieser Gewerkschaft, Lester Freire Burgos, wäre von einer nicht legalen Gewerkschaft ins Amt gewählt worden und hätte deshalb keinen Kündigungsschutz gehabt. Zu dem Fall Lester Freire Burgos führte Make Fruit Fair! bereits Anfang 2012 eine Eilaktion durch.

Im Februar hatte es während der 2. Konferenz des Welt-Bananen-Forums in Guayaquil Kontakte zwischen Konferenzdelegationen und Noboa-Managern gegeben. Ein Noboa-Sprecher übermittelte die Nachricht, Noboa würde die Kündigung Lester Freires prüfen und das Gespräch mit FENACLE suchen. Tatsächlich aber folgte nur Noboas zynischer Rat, Lester Freire sollte sich bei Zeitarbeitsunternehmen um Arbeit bemühen.

Noboa, nicht so bonita!

Noboa bedient sich bei seinen Geschäften gewöhnlich wechselnder Firmen, um nicht wegen der Folgen seiner unternehmerischen Verantwortungslosigkeit zur Rechenschaft gezogen zu werden. Jahrelang beschäftigte er Farmarbeiter/innen über mehrere Leiharbeitsfirmen. Die Exporte seiner Bananen, Marke Bonita, erledigte noch 2010 die Noboa Banana Exporting Company, dann bis 2011 die Continental Banana Company, im Januar 2012 die Gitzycorp und seit Februar die Truisfruit Noboa ist nach Dole im weltweit führenden Bananenexportland Ecuador der zweitgrößte und international der fünftgrößte Bananenexporteur. Das Noboa-Imperium umfasst ca. 110 Firmen in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Viermal war Noboa Präsidentschaftskandidat der Partido Renovador Institucional Acción Nacional (PRIAN) und will auch 2013 wieder kandidieren.

FENACLE und die Koordinierung der Bananengewerkschaften Lateinamerikas (COLSIBA) bitten Sie Solidarität zu zeigen, indem Sie folgende Forderungen an Noboa mit der Versendung der Eilaktions-Botschaft unterstützen:

  • Die Wiedereinstellung der auf den Farmen Los Alamos und Bejucal gekündigten Beschäftigten, einschließlich Lester Gustavo Freire Burgos, und Nachzahlung der entgangenen Löhne.

  • Aufnahme ernsthafter Gespräche mit der Betriebsgewerkschaft auf Los Alamos und der Gewerkschaftsföderation Fenacle, um bestehende Konflikte zu lösen und Tarifverhandlungen vorzubereiten.

Ihre Protestmail wird an Noboas Manager für soziale Unternehmensverantwortung, Eric Crisman, geschickt. Europäische Einzelhandelsketten, die Noboa-Bananen vertreiben, haben eine Mitverantwortung für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten auf den Plantagen. Deswegen erhalten folgende Unternehmen Kopien Ihrer Protestbotschaften an Noboa: Lidl in Deutschland, Lidl in Italien, Delhaize in Belgien, Intermarche in Belgien, Intermarche in Frankreich.

Versenden Sie die Eilaktion

Nachricht für Herrn Eric Crisman, Manager für Unternehmensverantwortung des Unternehmers Alvaro Noboa.

Sehr geehrter Herr Crisman,

ich wurde von Fenacle und BanaFair informiert, dass auf den Bananenfarmen Los Alamos und Bejucal von Alvaro Noboa, dessen Berater und Verantwortlicher für Unternehmensverantwortung Sie sind, in den vorangegangenen Monaten wieder Beschäftigte gekündigt wurden, nachdem sie sich in einer Gewerkschaft organisiert hatten. Ihr Unternehmen verweigert weiterhin die Wiedereinstellung von Lester Gustavo Freire Burgos, der nach seiner Wahl zum Generalsekretär der legal konstituierten Gewerkschaft SITBA auf Los Alamos vor einem Jahr entlassen worden war. Sie haben auch nicht die im Februar in Aussicht gestellten Gespräche mit der Gewerkschaft SITBA und ihrer Föderation FENACLE aufgenommen. Ich bin entrüstet über die Nichtbeachtung der Arbeitsgesetze Ecuadors durch diese Maßnahmen in Ihren Betrieben gegen Arbeiter/innen, die von ihrem Recht auf Gewerkschaftsorganisation Gebrauch machen und Verhandlungen über einen Tarifvertrag fordern. Deshalb bitte ich Sie dringend, Herrn Noboa mitzuteilen, dass ich folgendes erwarte:

  • Ernsthafte Gespräche mit der Gewerkschaft und FENACLE aufzunehmen, um die bestehen Konflikte zu lösen und Tarifverhandlungen vorzubereiten.
  • Alle wegen ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit gekündigten Beschäftigten unverzüglich wieder an ihren Arbeitsplätzen einzusetzen, einschließlich Lester Gustavo Freire Burgos und ihre Löhne nachzuzahlen.

Einige europäische Einzelhandelsketten, in denen Bananen der Plantagen von Alvaro Noboa vertrieben werden, erhalten Kopien meiner Protestbotschaft: Europa-Zentrale von Lidl in Deutschland, Niederlassung von Lidl in Italien, Delhaize in Belgien; Intermarché in Belgien, Intermarché in Frankreich.

Hochachtungsvoll

Solidaritätsbotschaft an den Präsidenten von FENACLE

Lieber Kollege Ángel Rivero,

ich wurde von BanaFair über die fortdauernde Repression gegen Léster Gustavo Freire Burgos und die Kündigung der Arbeiterin Lorena Burgos Anangono auf Los Álamos sowie anderer Kollegen auf der Farm Bejucal informiert. Ich solidarisiere mich mit Euch und habe Herrn Eric Crisman in einer Mitteilung gebeten, Álvaro Noboa meinen Protest und meine Unterstützung Eurer Forderungen nach Rücknahme der Kündigungen, der Nachzahlung entgangener Löhne, der Aufnahme von Gesprächen zur Lösung der Konflikte und der Vorbereitung von Tarifverhandlungen mitzuteilen. Eine Kopie meiner Mitteilung an Noboa geht an folgende Einzelhandelsketten in Europa: Die Europa-Zentrale von Lidl in Deutschland, die Niederlassung von Lidl in Italien, Delhaize in Belgien, Intermarché in Belgien und Intermarché in Frankreich.

Mit solidarischen Grüßen

Weitere Informationen

über die Situation in Ecuador und die Eilaktion zu Lester Freire Burgos.

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