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Supermärkte

Der Obsteinkauf im Supermarkt ist eventuell unser engster Kontakt mit den Produzentenländern. Unsere Kaufentscheidung kann direkte Auswirkungen haben auf die Arbeitsbedingungen, die Löhne und den Umgang mit der Umwelt in diesen Ländern.

Wer sind die Mächtigsten in der Beschaffungskette?

Supermärkte sind die mächtigsten Akteure entlang der Lieferkette für tropische Früchte. Sie kaufen in riesigen Mengen ein und haben dadurch enormen Einfluss. In einigen Ländern sind Bananen daher das wertvollste Produkt im Sortiment. Supermärkte können hohe Profite erzielen, wenn sie Lieferanten unter Druck setzen und Bananen und Ananas zu nicht nachhaltigen, niedrigen Preise einkaufen. Der Preiskrieg zwischen den Supermärkten bei Bananen und jüngst bei Ananas drückt die Preise weiter nach unten. Das führt zu geringen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen, Arbeitsrechtsverstößen, mangelhaftem Gesundheitsschutz und schlechten Sicherheitsstandards sowie mangelhaftem Umweltschutz. Fünf Supermarktketten beherrschen 60% bis 80% des Lebensmitteleinzelhandels in Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Die Marktkonzentration nimmt zu, auch in der Republik Tschechien. Supermärkte können ihre Nachfragemacht nicht nur zum Preisdrücken einsetzen sondern auch für Forderungen nach rückwirkenden Preisnachlässen, verspäteten Zahlungen und Drohungen mit dem Auslisten von Lieferanten. Weil der Markt des Lebensmitteleinzelhandels sich immer mehr in der Hand einiger weniger Einzelhandelsunternehmen konzentriert, bleibt den Lieferanten kaum etwas anderes übrig, als solche Konditionen zu akzeptieren.

Gesetze oder freiwillige Standards?

Die aktuelle Wettbewerbspolitik der einzelnen EU-Mitglieder und auf der EU-Ebene hat keine Vorsorge getroffen gegen den Missbrauch von Nachfragemacht und ihre Auswirkungen auf Lieferanten außerhalb der EU. So gibt es keine wirkungsvolle nationale Gesetzgebung, um Supermärkte haftbar zu machen für die Folgen ihrer Beschaffung in den Produzentenländern.

Viele Supermärkte haben sich Richtlinien für soziale Unternehmensverantwortung gegeben, um Sozial- und Umweltstandards entlang der Warenbezugskette zu entsprechen. Sie haben sich auch einer Reihe freiwilliger Initiativen angeschlossen. Aber die Arbeiter /innen konnten bisher wenig oder gar keine Veränderungen vor Ort feststellen.

Make Fruit Fair! setzt sich für eine Politik der fairen und nachhaltigen Fruchtproduktion ein und fordert den Einzelhandel zur Zahlung existenzsichernder Löhne und Preise auf. Im ersten Halbjahr 2012 wurden dazu Unterschriften für eine Petition zur Regulierung der Supermarktmacht in der EU gesammelt. Die Unterschriften wurden im Juni 2012 an die EU-Kommission übergeben..

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Das Leben auf der Plantage

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Wussten Sie das?

Bananen stammen ursprünglich aus Südostasien.

Welche Auswirkungen hat die zunehmende Konzentration im Einzelhandel auf ProduzentInnen, ArbeiterInnen, Zulieferer und VerbraucherInnen? Hrsg.: AAI, 2007